Als ich des nächtens
in einer unbelebten Strasse
an einem Lieferwagen vorbei,
dessen offene Ladefläche
zuhauf Pflastersteine feilbot,
war die Versuchung groß.
Die alten Zeiten traten
aus der Kruschtkiste
der Erinnerung hervor;
als Pflastersteine wie diese
im rhythmischen Stakkato
auf die Schutzschilde
des staatlichen Ordnungsdienstes prallten,
gleich Hagelkörnern auf einer Fensterscheibe ..
.. es juckte mich in den Fingern.
Doch weit und breit
kein gepanzerter Cop in Sicht.
So beliess ich es
in Gedanken
in vergangenen Tagen harrend
und zog von dannen.
(Anarcho-Poetik 2013)
My Revolting Heart
Friday, April 12, 2013
Thursday, April 11, 2013
Geborstene Wahrnehmung
Fragmente.
Blutendes Selbst.
Existentielle Verstörung
auf den Ebenen
zerrbildhaft Vergang‘nem,
unvernomm‘ner Zukunft.
Zersplitterte Sensorik,
wild
die tief getroff‘ne Psyche attackierend.
Blutende Fragmente.
Fetzen kryptischer Natur,
die keinen Sinn ergeben,
sich nicht deuten lassen,
Offenbarungslosigkeit.
Risse, die nur mühsam neu zusammenwachsen,
zum Hintergrund zermürbender Zerstörtheit
einen Schemen formen.
Gerinnen.
Bleibende Narben.
Blutendes Selbst.
Existentielle Verstörung
auf den Ebenen
zerrbildhaft Vergang‘nem,
unvernomm‘ner Zukunft.
Zersplitterte Sensorik,
wild
die tief getroff‘ne Psyche attackierend.
Blutende Fragmente.
Fetzen kryptischer Natur,
die keinen Sinn ergeben,
sich nicht deuten lassen,
Offenbarungslosigkeit.
Risse, die nur mühsam neu zusammenwachsen,
zum Hintergrund zermürbender Zerstörtheit
einen Schemen formen.
Gerinnen.
Bleibende Narben.
Saturday, February 2, 2013
PTSD
Fragt nicht, was ich gesehen habe.
Fragt, was ich gehört habe.
Fragt, was ich eingeatmet habe.
Fragt, was ich auf meiner Haut gespürt habe.
Aber fragt bitte nicht, was ich gesehen habe.
Abrupte Bewegungsabläufe.
Stetes Scannen der Umgebung.
Fragt nach dem Geschmack auf meiner Zunge.
Fragt nach dem Geruch von Verbranntem.
Fragt nach den dumpfen unregelmäßigen Einschlägen.
Doch fragt bitte nicht, was ich zu sehen bekommen habe.
Nein, fragt einfach nicht.
Schaut euch statt dessen die hochgeladenen Videos an.
Oder fahrt einfach selber hin, macht euch euer eigenes Bild.
Fragt, was ich gehört habe.
Fragt, was ich eingeatmet habe.
Fragt, was ich auf meiner Haut gespürt habe.
Aber fragt bitte nicht, was ich gesehen habe.
Abrupte Bewegungsabläufe.
Stetes Scannen der Umgebung.
Fragt nach dem Geschmack auf meiner Zunge.
Fragt nach dem Geruch von Verbranntem.
Fragt nach den dumpfen unregelmäßigen Einschlägen.
Doch fragt bitte nicht, was ich zu sehen bekommen habe.
Nein, fragt einfach nicht.
Schaut euch statt dessen die hochgeladenen Videos an.
Oder fahrt einfach selber hin, macht euch euer eigenes Bild.
Tuesday, January 1, 2013
Von Hatay Nach Hama
Rauchverhangene Häuserketten, gekrönt von Wassertanks.
Tiefstehende Wintersonne über dunkelgrünen Bergketten,
Kommunikationsfetzen, die durch die Bauten hallen.
Eng verwinkelte Gassen, Labyrinthgängen gleich.
.. der Blick folgt dem strömenden Gewässer,
das die Stadt in zwei Hälften teilt, ..
Gelebte Gegenwart, frei von allzu fernen Zukunftsängsten.
Sein im Sinne, Tage zu pflücken reifen Früchten gleich,
Beobachtungsgabe gepaart mit kontemplativer Geduld.
Mit sanfter Hand am Stellrad der Zeiten drehend.
.. die Gedanken kreisen um jenen Ort südöstlich,
durch den der Orontes fliesst, ..
Fern von Fremdbestimmung ureigener Intuition folgend.
Begegnungen als fliessende Momente zu erkennen,
Miteinander verbunden als Rhythmus eines Lebensweges.
Freiheit inmitten manifestierter Prädestination.
.. mit seinen hölzernen Wasserrädern zuhauf,
Zeitzeugen entmenschlichter Ereignisse, ..
In Würde der Historie dieses besond'ren Ortes gedenken.
Vergangenheit, abgerufen in Augenblicken der Reflektion,
nicht in inn'ren musealen Gewölben aufbewahrt.
Unbelastendes Erbe einstiger Generationen fürwahr.
.. damals wie heute.
Tiefstehende Wintersonne über dunkelgrünen Bergketten,
Kommunikationsfetzen, die durch die Bauten hallen.
Eng verwinkelte Gassen, Labyrinthgängen gleich.
.. der Blick folgt dem strömenden Gewässer,
das die Stadt in zwei Hälften teilt, ..
Gelebte Gegenwart, frei von allzu fernen Zukunftsängsten.
Sein im Sinne, Tage zu pflücken reifen Früchten gleich,
Beobachtungsgabe gepaart mit kontemplativer Geduld.
Mit sanfter Hand am Stellrad der Zeiten drehend.
.. die Gedanken kreisen um jenen Ort südöstlich,
durch den der Orontes fliesst, ..
Fern von Fremdbestimmung ureigener Intuition folgend.
Begegnungen als fliessende Momente zu erkennen,
Miteinander verbunden als Rhythmus eines Lebensweges.
Freiheit inmitten manifestierter Prädestination.
.. mit seinen hölzernen Wasserrädern zuhauf,
Zeitzeugen entmenschlichter Ereignisse, ..
In Würde der Historie dieses besond'ren Ortes gedenken.
Vergangenheit, abgerufen in Augenblicken der Reflektion,
nicht in inn'ren musealen Gewölben aufbewahrt.
Unbelastendes Erbe einstiger Generationen fürwahr.
.. damals wie heute.
Friday, December 28, 2012
Der Geist von Antioch
'Ich habe viele Menschen ohne Kleidung herumlaufen sehen,
Doch leider auch viele Kleider ohne menschliches Leben drin.'
Was wörtlich übersetzt einer türkischen Volksweise entnommen,
Findet leider seit Menschengedenken seine traurige Gültigkeit.
Und dennoch lässt sich stolz erhobenen Geistes sagen,
Nicht immer findet sich darin des Lebens bitt're Bestätigung.
Wer Sprünge wagt, wo Brücken bisher noch nicht gebaut,
Wer Leben just als eben solches zu erkennen in der Lage,
Dem sei es gegeben, Fäden dort zu spinnen,
Wo and're ausser dunkler Leere nichts empfinden mögen.
Wem Mut, Verlust in Kauf zu nehmen, zuhauf gar mitgegeben,
Wer Hüllen klaren Blickes zu durchschau'n imstande ist,
Dem sei das Schicksal hold im Augenblick des grossen Schritt's
Der ungeschrieb'nen Zukunft aufrecht ohne Angst entgegen.
'Ich habe viele Menschen ohne Kleidung herumlaufen sehen,
Doch leider auch viele Kleider ohne menschliches Leben drin.'
So lasst uns die bekleiden, deren blosse Haut nach Wärme zehrt,
Und denen Leben einhauchen, die nur aus Äusserlichkeit besteh'n.
Doch leider auch viele Kleider ohne menschliches Leben drin.'
Was wörtlich übersetzt einer türkischen Volksweise entnommen,
Findet leider seit Menschengedenken seine traurige Gültigkeit.
Und dennoch lässt sich stolz erhobenen Geistes sagen,
Nicht immer findet sich darin des Lebens bitt're Bestätigung.
Wer Sprünge wagt, wo Brücken bisher noch nicht gebaut,
Wer Leben just als eben solches zu erkennen in der Lage,
Dem sei es gegeben, Fäden dort zu spinnen,
Wo and're ausser dunkler Leere nichts empfinden mögen.
Wem Mut, Verlust in Kauf zu nehmen, zuhauf gar mitgegeben,
Wer Hüllen klaren Blickes zu durchschau'n imstande ist,
Dem sei das Schicksal hold im Augenblick des grossen Schritt's
Der ungeschrieb'nen Zukunft aufrecht ohne Angst entgegen.
'Ich habe viele Menschen ohne Kleidung herumlaufen sehen,
Doch leider auch viele Kleider ohne menschliches Leben drin.'
So lasst uns die bekleiden, deren blosse Haut nach Wärme zehrt,
Und denen Leben einhauchen, die nur aus Äusserlichkeit besteh'n.
Sunday, December 23, 2012
Gazıantep Mon Amour
Leuchtende Augen, voller Neugier, mitten im pulsierenden Getuemmel.
Fern von Missgunst, Feindschaft gar, Waerme transportierend.
Einheit verschiedener Naturen, symbiotisch interagierend.
Sprachbarrieren durch die Kunst der Gestik ausser Kraft gesetzt.
Ein grosses Herz, das im Takt natürlicher Gemeinsamkeit schlaegt.
Herkunftsstolz ohne den Nachgeschmack von Überlegenheit.
Anteil nehmen, Essenz naturgegebener Menschlichkeit.
Helfende Haende, ausgestreckt ohne Hintergedanken.
Wo immer auch mein Weg mich fuehren mag,
Ein Teil meiner Seele auf ewig an diesem Ort verweilt,
Wartend, eines nicht allzu fernen Tages,
Und sei es nur für einen Wimpernschlag der Zeit,
Vereint zu werden ..Friday, December 21, 2012
Selbstgespraeche Der Schwebenden Seele
Ein Fetzen blauen Himmels, ergattert unter bleischwerem Grau,
Ein Funke Hoffnung an einem Firmament der Ungewissheit,
Tage zwischen Gewesen sein und Werden.
Ob die Wolken meine Traenen zu Dir tragen werden?
Mauern, die es einzureissen, Ballast, den es abzuwerfen gilt,
Licht ins Dunkel einer ungeschriebenen Erfahrung
Mit der Kraft gereinigten Herzens zu tragen
Imstande sein .. Zweifel zu ueberwinden.
Zu spueren, dass hinter einem Vorhang verordneten Schweigens
Unerbittliche Klarheit herrscht, verborgen vor den Augen
Einer im Trueben gelassenen Welt.
Kalkulierte Ignoranz, hinter deren Fassade
Schmerz erzeugendes Mitgefuehl lauert.
Einsamer Kampf gegen das Vergessen
Und Verdraengen einer bitteren Realitaet.
Ob die Wolken jemals meine Traenen zu Dir tragen werden?
Subscribe to:
Posts (Atom)